Die schönsten Gardinen für jeden Raum

Gardinen gibt es in mannigfaltiger Form. Es sind Vorhänge mit einer uralten Tradition, die man früher auch Portiere oder Rideau nannte. Zwar kennen wir Gardinen vorrangig als Fenstervorhänge, doch noch bis ins frühe 20. Jahrhundert waren auch Bettvorhänge in der Innenarchitektur absolut üblich. Darüber hinaus gibt es beispielsweise auch religiöse Vorhänge wie den im Beichtstuhl. Das Theater kennt den sehr wichtigen Theatervorhang.

Woher stammt das Wort Gardine?

Das Wort Gardine stammt von cortīna ab. So wurde in der alten lateinischen Bibel der Bettvorhang bezeichnet. Die Übertragung ins Französische lautete dann courtine oder mundartlich gordène. Das letztgenannte Wort wurde ins Mittelniederländische als gordijn entlehnt und bezeichnete immer noch vorrangig den Bettvorhang, wanderte an den Niederrhein, wurde schließlich im 15. Jahrhundert in die dortige niederdeutsche Mundart weitergegeben und ab 1616 auch schriftlich belegt. Erst ab dem 19. Jahrhundert bezeichnete man mit dem eingedeutschten Wort Gardine auch Fenstervorhänge. Das Wort Vorhang hat eine eigene Geschichte, es stammt vom mittelhochdeutschen fürhang ab.

Gardinen als Sichtschutz und Fensterdekoration

Die moderne Gardine vor dem Fenster ist zusammen mit dem Rollo, dem Plissee und der Jalousie ein Sichtschutz und gleichzeitig eine wichtige Fensterdekoration. Sie wird innen vor oder am Fenster angebracht. Als Fensterdekoration ist sie ein wichtiges innenarchitektonisches Gestaltungsmittel, welches das Raumgefühl ganz entscheidend beeinflusst. Sie kann das Fenster ganz oder teilweise bedecken. Die Gestaltung hängt davon ab, in welchem Maße unerwünschte Einblicke erschwert werden sollen. Gleichzeitig wirkt sie als Licht-, Staub- und Lärmschutz. Wenn sie sehr dicht gewoben ist, kann sie sogar Zugluft abhalten. Hinsichtlich ihrer Gestaltung unterscheiden wir grundsätzlich zwei Arten von Gardinen:

  • leichte, transparente, unmittelbar vor oder am Fenster befestigte Textilien
  • schwere Vorhänge, die seitlich am Fenster aufgehangen werden

Vor allem die schweren seitlichen Gardinen lassen sich meistens zuziehen. Die leichten Gardinen am Fenster sind sogenannte Scheibengardinen, die es als Fertigware in verschiedenen Standardmaßen gibt. Sie lassen sich aber auch individuell anfertigen, was manche Menschen allein erledigen, wenn sie nicht einen Raumausstatter damit beauftragen. Hierbei sind verschiedene Formen möglich, so Dekoschals und Flächen- oder Lamellenvorhänge. Bei einer Freihanddekorationen wirft man den Stoff locker über die Gardinenstange.

Gardinen

Unterformen der Gardine

Die Gardine lässt sich in verschiedene Unterformen unterteilen. Gängige Varianten sind:

  • Raffgardinen
  • Stores
  • Fadengardinen (glatt nach unten fallende Fäden)
  • Scheibengardinen bzw. Scheibenhänger (Befestigung am Fensterflügel)

Auch hinsichtlich des Materials gibt es viele Möglichkeiten. Für die Gardine als Dekoration eignen sich synthetische Stoffe und Naturfasern wie Leinen, Baumwolle und Seide. Etwa 80 % aller Gardinen bestehen aus gewirkten Stoffen. Die Warenbreite beträgt bei Dekostoffen üblicherweise 140 cm, bei transparenten Stoffen 280 bis 300 cm. Sie kann bei senkrecht verlaufender Kette zur Höhe hin verarbeitet werden, was eine verstürzte Verarbeitung darstellt. Sollte sie nicht ausreichen, lässt sie sich auch aufrecht verarbeiten, wobei der Schussfaden dann waagerecht verläuft. Bei dieser Verarbeitung lassen sich beliebig viele Bahnen zusammennähen. Diese Variante eignet sich für Bahnenware. Zusätzlich gibt es geklöppelte, gewebte, geknotete, beflockte oder bestickte Gardinenstoffe, die Bezeichnungen wie Tüll, Bobinet, Voile und Musselin tragen.

Schwer entflammbare Gardinen

Im Brandfall wirkt eine leicht entflammbare Gardine als Brandbeschleuniger. Daher gibt es schon seit längerer Zeit schwer entflammbare Gardinenstoffe nach der Baustoffklasse DIN 4102. Bei einige von ihnen sind schon die Fasern schwer entflammbar, andere wurden nachträglich mit einer Beschichtung entsprechend bearbeitet. Schwer entflammbare Fasern sind beispielsweise Polyesterfasern mit einem Comonomer. Dies ist eine in der Faser verankerte phosphororganische Verbindung, die eine Entflammung hemmt und das Feuer auch sofort erlöschen lässt, wenn die Brandquelle entfernt wird.

Wie bildet die Gardine ihre Falten?

Die Falten entstehen durch Kräuselung der Gardinenbänder beim Herausziehen des eingewebten Zugbandes. Die Gardine verfügt über ein Falten- bzw. Kräuselband, das in regelmäßigen Abständen über vorgegebene Faltenkronen verfügt. Hiervon gibt es wiederum verschiedene Varianten. So bilden das Smok- und das Bleistiftfaltenband kleine und schlanke Falten, während bei einer flämischen Falte eine Fixierung durch festes Annähen erfolgt, wodurch die Falten nicht mehr verrutschen können. Für den sauberen Abschluss erhält das Gardinenband einen kleinen Saum (sogenanntes Köpfchen). Wenn eine Gardine an Ösen oder Schlaufen hängt, bildet sie automatisch Falten.

Aufhängung von Gardinen

Es gibt die beiden grundsätzlichen Aufhängungsarten der Gardinenstange oder der Gardinenschiene. Für die Gardinenstange benötigt die Gardine oben ein Gardinenband mit eingeschlauften Haken. Diese werden an Ringen befestigt, die Ringe laufen über die Stange. Gardinenschienen sind Innenlaufschienen. Sie haben ein T- oder C-förmiges Profil, in welchem an der Oberkante der Gardine befestigte Gleiter oder Rollen laufen. Beide Varianten haben Vorzüge und Nachteile, die sich beim Abnehmen und Aufhängen zeigen.