Das beste Laminat für dein Zuhause

Ein Laminat ist grundsätzlich ein Produkt oder Werkstoff aus mindestens zwei Schichten. Das Wort kommt aus dem Lateinischen, lamina heißt Schicht. Es gibt also nicht nur den bekannten Laminatfußboden mit seiner parkettähnlichen Optik, sondern beispielsweise auch laminierte (eingeschweißte) Unterlagen, wie sie Behörden und Lehrer*innen sehr gern verwenden, sowie diverse weitere laminierte Werkstücke aus unterschiedlichsten Materialien. Ein Laminat wird hergestellt, damit das fertige, laminierte Produkt mehrere Eigenschaften vereint. Beim Laminat als Fußbodenbelag sind dies die Stabilisierung durch eine preiswerte Unterlage sowie die Dekoration und Abriebfestigkeit durch die robuste Deckschicht des Holzimitats. Laminate ermöglichen auch den kontrollierten Aufbau des Werkstücks.

Laminat als Bodenbelag

Der Laminatfußboden imitiert das Aussehen von hochwertigem Parkett, doch er besteht aus einer relativ preiswerten Trägerschicht und seiner dünnen Dekorschicht. Diese verziert und versiegelt ihn. Laminatfußböden lassen sich günstig herstellen und leicht verlegen. Es gibt sie in verschiedenen Paneelstärken. Die Abriebfestigkeit unterscheidet sich nach der definierten Nutzungsklasse und beeinflusst den Preis, weil hierfür das teurere Holzdekor zuständig ist. Sehr preiswerte, gering abriebfeste Laminate sind dünn.

Ihr Dekor ist meistens einfach gehalten, auch sind sie empfindlicher gegen Feuchtigkeit vor allem in den Stoßkanten. Sie sehen einem echten Parkett höchstens auf den ersten Blick ähnlich. Es gibt aber auch sehr hochwertige Laminate, die mit Strukturprägungen echtes Parkett imitieren, indem sie eine gemaserte Holzoberfläche nachbilden. Ihre V-Fugen verstärken den realistischen Eindruck und machen sie etwas resistenter gegen Feuchtigkeit. Sie sind zwar teurer als die einfachen Laminate, aber günstiger als echtes Parkett. Dieses ist wiederum noch langlebiger und wirkt bei genauem Hinsehen auch noch hochwertiger.

Doch inzwischen sind die Unterschiede zwischen echtem Parkett und sehr hochwertigem Laminat hinsichtlich der Optik und Abriebfestigkeit nicht mehr so groß. Eine aufwändige Oberflächenversiegelung schützt Laminat auch auf einem hochbelasteten Fußboden wie etwa einem Warteraum oder einem Veranstaltungssaal.

Entscheidender Unterschied zwischen Laminat und Parkett

Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Paneele von Parkett aus einem einzigen, dickeren Stück Holz bestehen und daher mehrfach abgeschliffen werden können. Laminat hat, so hochwertig es auch sein mag, nur ein Holzdekor, dass sich prinzipiell nicht abschleifen lässt. Daher gibt man einem Parkettfußboden eine Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren, bei pfleglicher Behandlung und mäßiger Belastung auch deutlich mehr. Ein Laminatfußboden kann natürlich 10 bis 20 Jahre halten, doch das wird man ihm sehr deutlich ansehen. Danach muss er meistens ersetzt werden.

Seit wann gibt es Laminatfußböden?

Zwar wurden schon in den 1920er Jahren Laminatwerkstoffe in Gebäuden eingesetzt, so zum Beispiel als Fensterbrett, Arbeitsfläche oder Wandpaneele. Doch erst 1980 brachte die schwedische Firma Perstorp erstmals Hochdrucklaminat als Fußbodenbelag auf den Markt (High Pressure Laminate, HPL). Dieses Laminat setzte sich blitzschnell durch. Ab 1996 gab es Klickdielen für die klebstofffreie Verbindun, ab 2008 strukturierte Oberflächen.

Laminat

Beschaffenheit von Laminat

Von oben aus gesehen verfügt Laminat zunächst über das Dekorpapier als optisch wahrgenommene Oberfläche. Dieses Holzimitat (es gibt auch seltenere andere Gestaltungen) wurde vorab wunschgemäß designt, sodass es überwiegend einem Parkett ähnelt. Darunter folgt eine Deckschicht (auch Overlay oder Nutzschicht), das die Beanspruchung durch Betreten oder Aufstellen von Möbeln aufnimmt. Dabei handelt es sich um mit Melaminkleber getränktes Papier mit einer Korundmischung im Klebstoff. Unter dem Overlay liegt bei höherwertigem Laminat, das sich stärker beanspruchen lässt, ein Underlay, welches ein mit Melaminharzen imprägniertes Kraftpapier ist und Eindrücke aufnimmt.

Damit hinterlassen die Beine von Möbeln keinen Abdruck auf dem Laminat. Darunter liegt die Trägerplatte, die eine MDF- oder HDF-Platte sein kann (mitteldichte oder hochdichte Faserplatte). In diesen Holzfaserwerkstoff kann der Hersteller ein Profil schneiden, das es ermöglicht, die einzelnen Paneele per Klick miteinander zu verbinden. Daher können modernes Laminat auch Laien verlegen. Wichtig: Die Faserplatten quellen unter Wassereinwirkung unweigerlich auf. Ihr Quellverhalten lässt sich zwar im Produktionsprozess mit Leimen und Zusätzen verbessern (verringern), doch prinzipiell sollte Laminat nicht nass werden.

Unter der Trägerplatte trägt Laminat einen Gegenzug, der wiederum ein klebergetränktes Papier oder eine Kunststoffschicht ist. Der Gegenzug verhindert eine Verformung des Laminats bei höherer Belastung. In einigen Fällen kommt unter den Gegenzug noch eine Verlegeunterlage. Wenn diese fehlt, muss eine separate Verlegeunterlage vorab auf dem Estrich verlegt werden. Sie wirkt als Trittschalldämmung. Laminat mit integrierter Verlegeunterlage lässt sich nur auf einem sehr ebenen Estrich verlegen. Sollte dieser uneben sein, kann die separate Verlegeunterlage zuzüglich weiterer Maßnahmen wie dem Gießen einer Ausgleichsmasse die Unebenheit ausgleichen.

Laminat: Beanspruchungsklassen

Es gibt das Laminat in verschiedenen Beanspruchungsklassen, welche die EN 13329 regelt. Sie reichen von 21 (mäßige Beanspruchung im Wohnbereich) bis 34 (sehr starke Beanspruchung und intensive Nutzung im Gewerbebereich). Eine höhere Beanspruchungsklasse muss etwas teurer sein.