Die besten und beliebtesten Zippo Feuerzeuge

Das Zippo ist das derzeit bekannteste benzinbetriebene Sturmfeuerzeug. Es gibt aber auch andere Modelle. Schon 1933 brachte das 1932 gegründete Unternehmen Zippo Manufacturing Co. aus Bradford (US-Bundesstaat Pennsylvania) sein erstes Zippo heraus und landete damit einen Hit: Das Feuerzeug war und ist bis heute so effizient und leistungsfähig, dass sich die Bauart in den letzten 90 Jahren praktisch nicht verändert hat. Inzwischen wurde es rund 650 Millionen Mal verkauft. Es ist damit das weltweit am meisten verkaufte Benzinfeuerzeug.

Was ist ein Sturmfeuerzeug?

Jeder Nutzer eines Feuerzeugs kennt das Problem des Windes, der die Flamme ausblasen kann. Dieses Problem ist natürlich seit der Entwicklung der ersten moderneren Feuerzeuge im frühen 18. Jahrhundert bekannt und stellt sich auch bei Streichhölzern. Dementsprechend gab es schon frühzeitig Sturmstreichhölzer (auch heute noch erhältlich) und ebenso Sturmfeuerzeuge, die auch dann noch brennen, wenn der Sturm oder ein Durchzug im Raum auf sie bläst. Entwickelt wurden sie für das Militär, für Jäger und alle anderen Personen, die im Freien arbeiten und dort Feuer machen. Es gab und gibt schon immer drei Bauarten bzw. Funktionsprinzipien von Sturmfeuerzeugen:

  • #1 Die erste Variante schützt die starke Flamme vor dem Luftzug.
  • #2 Die Variante 2 erzeugt eine so hohe Hitze, dass sich die Flamme hält. Die Hitze kann Temperaturen wie bei einem Schweißgerät erreichen, das auch kein Wind ausblasen kann.
  • #3 Eine einfache, aber sehr effektive Variante besteht nur aus dem Zündstein plus einem präparierten Docht, den der Zündstein zum Glimmen bringt. Ein stärkerer Luftzug fördert sogar das Glimmen und damit die Flammenbildung.

In der Praxis nutzen manche Sturmfeuerzeuge, so auch das Zippo, mehrere dieser Prinzipien.

Aufbau und Funktionsweise des Zippos

Ein Zippo besteht aus seiner Hülle und dem Inlay. Es gibt inzwischen mehrere Hundert Varianten an Zippo-Hüllen, doch das Inlay ist immer gleich aufgebaut: Es ist ein mit Watte gefüllter Tank, der durch Kapillarkraft das Feuerzeugbenzin speichert und es damit auch zum Austritt der Flamme befördert. Wichtig ist für das Verständnis der Funktionsweise die Kenntnis des Kapillareffekts: Ein Kapillar ist eine sehr enge Röhre oder sonstige Öffnung, deren Durchmesser mit dem eines Haares vergleichbar ist (lateinisch capillaris = auf das Haar bezogen). Flüssigkeiten bewegen sich automatisch in einem Kapillar auch entgegen der Schwerkraft, weil im Kapillar die Kohäsion der Flüssigkeit (ihre Oberflächenspannung) und die Adhäsion zwischen Flüssigkeit und Kapillarwand (eine Grenzflächenspannung) eine Wechselwirkung eingehen. Diese schiebt winzige Tropfen der Flüssigkeit im Kapillar nach vorn, und zwar erst recht, wenn die Flüssigkeit (in diesem Fall das Feuerzeugbenzin) durch die Flamme verbraucht wird.

Aber auch so überwindet die Kapillarkraft die Schwerkraft. Bäume ziehen über Kapillare Wasser aus ihren Wurzeln nach oben. Auch die Wachsdochte von Kerzen funktionieren so, ebenso daher der Benzintransport im Zippo. Das Benzin fließt per Kapillarkraft und später durch den Sog der Flamme durch die Watte und den darin befindlichen Docht zum Kamin des Zippos. Dieser ist der ummantelte Ausgang des Dochtes. Er ragt wie bei jedem Feuerzeug aus dem Tank heraus und ist oben offen, daneben befindet sich das Reibrad des Zippos. Die Ummantelung des Kamins ist durchlöchert. Dieser ist nach oben hin offen, die Seiten sind aus Metall, welches mit den besagten Löchern versehen ist. Der Kamin schützt damit die Flamme vor allzu viel Wind, doch er lässt durch die Löcher auch Luft an die Flamme und verwirbelt und verlangsamt sie im günstigsten Fall sogar auf eine Weise, welche die Flammenbildung fördert. Dadurch funktioniert ein Zippo auch recht zuverlässig bei Sturm.

Erzeugen des Funkens über ein Reibrad

Das Reibrad zündet die Flamme mit einem Stück Cereisen, das den nötigen Funken erzeugt. Ein Cereisen ist eine ganz bestimmte Legierung aus Eisen und Cerium (chemisch Ce, Ordnungszahl 58), die eine Funkenbildung ermöglicht. Dabei hobelt das Reibrad mit feinen Zähnen aus gehärtetem Stahl vom Cereisen hauchdünne Metallspäne ab, die dadurch so heiß werden, dass sie das Benzin bzw. den am Docht austretenden Benzindampf entzünden. Diese Flamme bewirkt dann im Kamin einen Sog, der weiteres Benzin aus dem Tank auch mithilfe der Kapillarkraft nachzieht. Dieses Prinzip wenden die meisten Feuerzeuge an, doch beim Zippo funktioniert es durch Feinheiten der Konstruktion besonders gut. Dazu tragen mehrere Faktoren bei:

  • Das Reibrad und das Cereisen eines Zippos zünden durch ihren Aufbau besonders gut. Die vielen Fehlzündungen wie bei normalen Feuerzeugen gibt es beim Zippo nicht.
  • Der Tank hat genau die richtige Größe für das benötigte Benzin. Die Kapillarkraft funktioniert sehr gut, was bei anderen Feuerzeugen oft nicht der Fall ist. Wer ein gewöhnliches Feuerzeug benutzt, stellt oft fest, dass es schon nicht mehr funktioniert, obwohl es noch erkennbar Benzin (oder verflüssigtes Gas) enthält.
  • Der Kamin sorgt für den exakt benötigten Luftstrom unter allen äußeren Bedingungen, also bei Windstille ebenso wie bei Sturm.

Das Cereisen befindet sich beim Zippo unterhalb des Reibrades in einem hauchdünnen Röhrchen. Am unteren Ende eines Zippos befinden sich der Einschub für das Cereisen, eine Anpressfeder und ein Fixierschräubchen. Die Anpressfeder unter dem Cereisen drückt dieses nach oben durch das offene Röhrchen gegen das Reibrad. Bei dessen Drehung entsteht sehr zuverlässig der Zündfunke, während sich schon genauso zuverlässig um den Docht ausreichend viel Benzindampf gebildet hat. Ein Zippo nimmt darüber hinaus auch Reserve-Cereisen auf. Diese kommen in hartgepresste Watte an der Unterseite des Tanks. Dort kann der Nutzer in ein kleines Loch ein Cereisen im benötigten Zippo-Format hineindrücken.

Zippo

Wie zuverlässig ist ein Zippo?

Ein zuverlässigeres Sturmfeuerzeug ist mit Stand 2022 nicht bekannt. Zippos sind sogar „nicht selbsterlöschende Feuerzeuge“. Sie müssen zugeklappt werden, damit die Flamme erlischt. Damit erstickt die Flamme mangels Sauerstoff. Die clevere Konstruktion ist sogar zu hören: Wenn man ein Zippo schnell öffnet, erklingt ein typisches Klicken, weil sich die Zündkonstruktion aufklappt.

Wer hat das Zippo erfunden?

Das Zippo erfand der US-amerikanische Tüftler und Unternehmer George Grant Blaisdell (1895 – 1978). Auf der Basis seiner Entwicklung gründete er 1932 seine Firma Zippo, die sich lange ausschließlich der Produktion und dem Vertrieb des Sturmfeuerzeugs widmete. Das Zippo hatte ein Vorbild, das österreichische Sturmfeuerzeug Hurricane, das Blaisdell bei einem Bekannten gesehen hatte. In der Tat gab es Sturmfeuerzeuge natürlich auch schon vor dem Zippo, unter anderem führten sie die Soldaten im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) standardmäßig mit sich. Blaisdell wählte für sein eigenes Feuerzeug den Namen „Zippo“, weil ihm dieser als Anlehnung an das englische zipper (Reißverschluss) gut gefiel. Seine ersten Zippos verkaufte er für 1,95 US-Dollar pro Stück. Von seiner Erfindung und ihrer Zuverlässigkeit war Blaisdell absolut überzeugt: Er gewährte den Käufern darauf eine lebenslange Garantie und warb mit dem Slogan „Ein Zippo funktioniert – ansonsten reparieren wir es kostenlos“. Dieses für die damalige frühe Zeit der modernen Produktentwicklung ungewöhnliche Versprechen war von Anfang an ein Synonym dafür, wie zuverlässig ein Zippo funktioniert.

Übrigens repariert das Unternehmen Zippo bis heute seine Feuerzeuge kostenlos, was aber höchst selten vorkommt, weil sie in der Tat höchst zuverlässig funktionieren. In Deutschland erhalten Käufer aus juristischen Gründen „nur“ eine 30-jährige Garantie auf das Zippo. Am Design des Zippos nahm das Unternehmen kaum Änderungen vor. Es produziert jährlich davon rund 16 Millionen Stück, die in den weltweiten Vertrieb gehen. Seit 1955 trägt jedes der Feuerzeuge eine Gravur mit seinem Produktionsjahr, seit Juli 1986 auch den Produktionsmonat. Allerdings ist das Datum codiert und für den Laien nicht leicht zu identifizieren. Auch änderten sich die Codes im Laufe der Jahrzehnte. Blaisdell hatte sie aus betriebsinternen Gründen eingeführt: Er wollte herausfinden, wann wirklich einmal eine Reparatur nötig war. Es handelt sich um einen Jahr-Monat-Code auf dem Boden, der mit den Buchstabe A bis L die Monate von Januar bis Dezember kennzeichnet, mit den römischen Ziffern II bis XVI die Jahre 1986 bis 2000 und mit den arabischen Ziffern 01 und fortlaufend die Jahre seit 2001 (01 = 2001). Ein Zippo mit dem Code „C VIII“ wurde im März 1992 hergestellt, der Code 03 VIII kennzeichnet den März 2003.

Weitere Modelle von Zippo

Das Unternehmen schuf in späteren Jahrzehnten zusätzliche Modelle zum klassischen Sturmfeuerzeug. So gibt es auch ein Pfeifenfeuerzeug des Herstellers, das mit dem normalen Sturmfeuerzeug baugleich ist, aber über einen besonderen Kamin verfügt. Dieser hat nicht mehrere Löcher an den Seiten, sondern nur ein größeres, das in horizontaler Lage das Anzünden einer Tabakpfeife erleichtert. Das Zippo Slim ist schmaler als das klassische Zippo. Es gibt darüber hinaus Zippos inzwischen auch mit Gaseinsätzen, wobei diese manchmal von Fremdanbietern stammen. Zu den Gaseinsätzen gibt es die klassische Reibradzündung sowie Piezozündungen mit Normal- und Jetflamme. Auch das Unternehmen Zippo selbst bietet schon seit 1985 unter dem Namen Zippo BLU gasbetriebene Feuerzeuge an. Die jüngste Kollektion dieser Art wurde 2007 aufgelegt. Die Gas-Zippos unterscheiden sich äußerlich leicht von den Benzinvarianten, sie sind etwas geschwungener. Auch verfügen sie über ein Sichtfenster zum Erkennen des Gasstandes. Ein Reibrad zum Zünden haben sie, daneben allerdings auch einen Knopf für ihr Gasventil. Wenn der Nutzer diesen loslässt, geht das Gas-Zippo automatisch aus, auch ohne dass der Deckel geschlossen werden muss (wie bei der Benzinvariante). Der Name BLU kennzeichnet die blaue Sturmflamme. Das Zippo MPL ist ein gasbetriebener „Multi Purpose Lighter“, der sich als Stabfeuerzeug zum Anzünden eines Kamins eignet.