Der große Ayurveda Ratgeber

Ayurveda ist eine uralte indische Heilkunst. Im Sanskrit bedeutet der Begriff आयुर्वेद (āyurveda) das „Wissen vom Leben“. Vorantike indische Mediziner betrachteten jede Krankheit als eine Heimsuchungen der Götter. Von ihrem wichtigsten Gott Indra ließen sie sich zu Heilmethoden inspirieren. Daraus entstand wahrscheinlich vor rund 5.000 Jahren die Heilkunst des Ayurveda. Diese wurde weiterentwickelt, heute gilt sie in Indien als Wissenschaft. Nach Europa und Nordamerika gelangte Ayurveda in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Anwendung im Wellnessbereich. Allmählich setzt sich aber auch im Westen die Erkenntnis durch, dass damit tatsächlich Therapien möglich sind.

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Wie ist Ayurveda als Therapie zu bewerten?

Es handelt sich nicht um eine einzelne Therapie, sondern um ein ganzheitliches System, das hierzulande als traditionelle Alternativmedizin anerkannt ist. Diese kombiniert eine bestimmte Philosophie mit Erfahrungswerten, um die Gesundheit physisch, emotional und spirituell zu fördern. Zum Ayurveda gehören diese zentralen Elemente:

  • Reinigung
  • Ernährungslehre
  • Massage
  • Pflanzenheilkunde
  • spirituelle Yogapraxis

Die Philosophie hinter Ayurveda

Ayurveda basiert bis heute auf einer altindischen Philosophie, die drei Lebensenergien kennt. Diese sogenannten Doshas sind

  • das Bewegungsprinzip (Vata) aus dem Wind und der Luft,
  • das Stoffwechselprinzip (Pitta) aus Feuer und Wasser sowie
  • das Strukturprinzip (Kapha) aus Erde und Wasser.

Therapien und Anwendungen mit Ayurveda greifen stets mindestens eins, häufig auch alle drei dieser Prinzipien auf, die nach der Vorstellung der ayurvedischen Lehre in jedem Organismus vorkommen. Gemeinsam bewirken sie alle Vorgänge in lebenden Wesen. Im Organismus befinden sich die genannten Prinzipien (Energien) im Gleichgewicht. Wenn dieses aber gestört wird, entstehen Fehler im System. Nach der ayurvedischen Lehre hat jeder Mensch ein oder zwei vorherrschende Doshas. Nur selten sind die drei Prinzipien gleich stark ausgeprägt. Ein Ayurveda-Therapeut findet zunächst heraus, welche Doshas bei der Klientin vorherrschen, denn jeder Typ benötigt eine andere Behandlung. Die betreffende Diagnose erfolgt per Augenschein, Befragung und einer ayurvedischen Pulsdiagnose, die fachsprachlich Nadivigyan heißt. Indische Ayurveda-Therapeuten leiten das vorherrschende Dosha mit der Prakriti-Analyse aus dem Horoskop des Patienten ab, die Pulsdiagnose nutzen sie zusätzlich.

Behandlungen mit Ayurveda

Bestimmten Therapieformen auf der Basis von Ayurveda stellen im Menschen wieder die Balance her und leiten angesammelte Schlacken aus. Dazu gehören eine Ernährungs- und eine Ordnungstherapie, die ayurvedische Pflanzenheilkunde und Reinigungsverfahren nach dem Panchakarma. Letzteres beinhaltet Fasten, Einläufe, Bäder, Massagen, Farb- und Musiktherapie, Yoga- und Atemübungen sowie ayurvedische Arzneimittel. In ihrer Gesamtheit sollen diese Maßnahmen den Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen oder ihn (beim gesunden Menschen) darin halten.

Ayurveda

Ayurvedische Ernährung

Die ayurvedische Ernährung folgt Prinzipien, die auch im Rahmen modernen Diäten angewendet werden, so etwa das „Clean Eating“: Die Nahrungsmittel sollen frisch und naturbelassen sein. Neben Listen mit ayurvedischen Lebensmitteln hält die Lehre auch Empfehlungen bereit, mit denen das Essen besser verdaulich wird. Es kommen bestimmte Gewürze zum Einsatz, auch empfehlen ayurvedische Ernährungsberaterinnen die Kombination von ausgesuchten Nahrungsmitteln. Die Basis der Ernährung soll überwiegend vegetarisch bis vegan sein, doch Ayurveda verbietet nicht generell Fleisch, Wurst und sonstige tierische Produkte (Eier, Milch und Milchprodukte). Sie sollen nur nicht das Essen dominieren. Für die Ernährung stellt die Lehre neun Regeln auf:

  • #1 Mahlzeiten sollten regelmäßig eingenommen werden, immer zur selben Tageszeit. Zwischen ihnen müssen Verdauungspausen von mindestens vier Stunden liegen.
  • #2 Snacks und sonstige Zwischenmahlzeiten sind zu vermeiden, weil sie unnötig die Verdauung belasten.
  • #3 Zu jeder Mahlzeit gehören die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen salzig, süß, sauer, scharf, herb und bitter. Nur damit tritt die richtige Sättigung ein, die Heißhunger unterbindet.
  • #4 Gegessen wird nur bei Hunger. Erst dann ist die letzte Mahlzeit vollständig verdaut.
  • #5 Zum Essen gehören Ruhe und ausreichend viel Zeit. Jede Ablenkung durch Fernsehen oder Internet ist schädlich für die Verdauung.
  • #6 Nahrung muss gut gekaut werden. Schließlich findet die Vorverdauung im Mund statt.
  • #7 Völlerei (zu viel essen) ist sehr schädlich. Nach einem Essen sollte sich niemand komplett voll fühlen. Ein überfüllter Magen kann nicht richtig arbeiten. Völlerei führt zu Blähungen und Müdigkeit.
  • #8 Es ist (entgegen westlichen Ernährungsempfehlungen) nicht gesund, zu den Mahlzeiten zu viel zu trinken. Nach ayurvedischer Vorstellung verdünnt dies die Verdauungssäfte und schwächt damit die Verdauungskraft, was wiederum zu Verdauungsbeschwerden führt.
  • #9 Tagesschlaf unterbricht den Verdauungsprozess, ein Verdauungsspaziergang hingegen fördert ihn.

Ayurvedische Heilkunst und Lebensweise

Die ayurvedische Heilkunst und Lebensweise zielt darauf ab, ernsthafte Erkrankungen zu vermeiden. Dazu gehören eine gesunde Lebensweise und das Verständnis für die Auslöser von Erkrankungen. Erste, auch unspezifische Anzeichen sind sofort zu bekämpfen.

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Letzte Aktualisierung am 27.01.2023