Die besten Hörgeräte auf dem Markt
Hörgeräte gibt es schon sehr lange. In der vorelektrischen Zeit waren es Schalltrichter, welche die betroffenen, hörgeschädigten Personen sichtbar an ihr Ohr hielten. Solche Bilder sind beispielsweise vom zunächst hörgeschädigten und später komplett tauben Komponisten Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) bekannt.
In unserer modernen Zeit sind Hörgeräte digitale Wunderwerke und kaum noch sichtbar (bei Menschen mit Haaren über den Ohren gar nicht). Sie verschwinden in der Ohrmuschel.
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Wer sollte sich für ein Hörgerät entscheiden?
Alle Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Hören haben, sollten keine Scheu haben, ein Hörgerät zu tragen. Diese Schwierigkeiten setzen im Normalfall etwa ab dem 70. Lebensjahr ein, manchmal auch schon deutlich früher. Dass es relativ wenige Hörgeräteträger gibt, ist bemerkenswert und eigentlich unerklärlich, denn eine Brille tragen etwa 60 % der erwachsenen Deutschen. Geschätzte 18 % (15 Millionen Personen) haben allerdings Schwierigkeiten mit dem Hören, doch nur 3,02 Millionen tragen ein Hörsystem (Zahlen des Jahres 2021). Die übrigen 15 % der Hörgeschädigten wären wahrscheinlich überrascht davon, wie klein, effizient, komfortabel und günstig Hörlösungen heute sind, für die gesetzliche Kassen immerhin bis zu 1.500 € zuzahlen (die privaten Kassen ähnlich je nach Tarif).
Wie erfolgt die Auswahl eines Hörgerätes?
Die Hörgeräte bieten Hörgeräteakustiker nach einem Hörtest an. Wichtig zu wissen: Ein Hörverlust stellt sich sehr differenziert dar. Manche Menschen können in einem stillen Raum noch sehr gut ein Gespräch mit einem Gegenüber führen, sie können möglicherweise sogar recht ordentlich Nachrichten oder Musik hören. Bei Stimmengewirr oder auf belebten Straßen hingegen verlieren sie die akustische Orientierung. Bei manchen Fernsehsendungen verstehen sie nichts mehr, weil sich Klänge, Sprache und Geräusche mischen. Diese akustischen Signale unterscheiden sich grundlegend: Ein Klang ist prinzipiell eine Frequenz mit gleichmäßiger, ein Geräusch mit chaotischer Amplitude.
Bei der Sprache mischt sich beides. Hörgeschädigte nehmen zudem meistens bestimmte Frequenzen deutlich schlechter wahr (Bässe, Mitten, Höhen, oft in einem ganz bestimmten Frequenzspektrum). Der HNO-Arzt stellt nur die Hörschädigung fest und verschreibt dann ein Rezept für ein Hörgerät, für das die Kasse die oben genannte Zuzahlung leistet. Der Hörgeräteakustiker hingegen stellt das Hörgerät genau auf die Frequenzen oder Geräusche ein, welche die betroffene Person nicht mehr hört. Dabei gilt es auch, den Alltag und die Gewohnheiten der Patienten mit einzubeziehen. Nach der Einstellung eines Hörgeräts gilt es als Standard, dass die Träger dieses eine Weile in ihrem Alltag kostenfrei ausprobieren können. Dies dient auch der Nachjustierung.
Begrifflichkeiten: Hörgerät, Hörsystem und Hörhilfe
Es gibt keinen technischen Unterschied zwischen Hörgerät, Hörsystem und Hörhilfe. Diese Begriffe haben sich aus technischen Gründen so entwickelt, bezeichnen aber jeweils das Hilfsmittel für den Ausgleich eines Funktionsdefizits im Hörorgan. Der Begriff Hörsystem dürfte sich künftig sogar durchsetzen, denn die winzigen Helfer sind heute digital sehr aufgerüstet.
Wie funktionieren Hörgeräte?
Wie erwähnt basieren sie auf intelligenter, digitaler Mikroelektronik, mit der sie sich exakt auf individuelle Hörprobleme einstellen lassen. Daher funktionieren sie auch unterschiedlich je nach Art des Hörschadens. Es gibt sie prinzipiell für das Tragen im oder hinter dem Ohr, sie bestehen grundlegend aus diesen technischen Einheiten:
- Mikrofon für die Aufnahme der Klänge und Geräusche
- Verstärker für ihre Umwandlung und akustische Verstärkung
- Hörer für die Verarbeitung und Wiedergabe an das Innenohr
- digitale Steuereinheit
- Batterie für die Stromversorgung
Optisch gibt es Unterschiede, was ebenfalls ein Grund ist, sie sorgfältig auszuwählen. Außerdem gibt es Zubehör:
- Fernsteuerung für das Hörsystem
- Telefone speziell für Nutzer eines Hörgerätes
- Ansteckmikrophone für eine Vereinfachung von Gesprächen
Die Fernsteuerung erlaubt es geschickten Nutzern, ihre Hörhilfe an veränderte akustische Umgebungsbedingungen anzupassen. Das verlangt etwas Training, führt aber zum Effekt des normalen Hörens. Grundsätzlich verstärkt das Hörgerät diejenigen Frequenzen, welche die betroffene Person nicht mehr so gut hört. Doch das können in verschiedenen Umgebungen (leicht) unterschiedliche Frequenzen sein. Daher ist ein Nachsteuern hilfreich. Ohnehin hören wir alle verschieden.
Bekannt ist beispielsweise, dass ältere Personen oft hohe Frequenzen nicht mehr so gut wie tiefe hören. Bei der Einstellung der heimischen HiFi-Anlage kann das sogar zu Konflikten mit der jungen Generation führen, denn der Großvater stellt die hohen Frequenzen lauter, die Bässe hingegen leiser ein, doch sein Enkel hätte es gern umgekehrt. Wenn nun ein echter Hörschaden vorliegt, verstärken sich solche Differenzierungen drastisch. Daher müssen Hörsysteme sehr gut ausgesteuert werden.
Hörgerät vs. Cochlea-Implantat
Manche Menschen denken auch über ein Cochlea-Implantat nach. Dieses wird (als elektronisches Gerät) in die Gehörschnecke der Person eingesetzt und stimuliert direkt den Hörnerv. Hierfür ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Empfohlen wird das Cochlea-Implantat aber nur, wenn das Hörgerät nicht mehr ausreicht.
Fazit
Beethoven war 54 Jahre alt und komplett taub, als er die 9. Sinfonie komponierte. Wir wissen nicht, wie er sie als Hörender geschrieben hätte, verneigen uns aber in tiefster Ehrfurcht vor seinem Genie.
Letzte Aktualisierung am 29.05.2026