Tinte oder Toner (Druckerpatronen) – was nehmen?

Beim Drucken im Büro oder Homeoffice gibt es prinzipiell die beiden Verfahren mit Tinte (Tintenstrahldrucker) oder Toner (Laserdrucker). Sie kosten unterschiedlich viel und beeinflussen die Druckkosten.

Physikalische Unterschiede zwischen Tinte und Toner

Toner ist ein Pulver, Tinte ist bekanntlich flüssig. Die Druckmethoden mit beiden Materialien unterscheiden sich. Beide Technologien entwickelten sich parallel und werden gemeinsam bestehen bleiben, denn sie eignen sich für bestimmte Zwecke jeweils sehr gut.

Eignung von Toner oder Tinte

Kurz, knapp und pauschal: Wer wenig druckt, sollte aus reinen Kostengründen auf Tinte setzen, bei vielen Ausdrucken über 2.000 Seiten pro Jahr ist der Laserdrucker mit der Tonerpatrone günstiger. Allerdings bezieht sich diese Aussage allein auf die Kosten. Wer nämlich extrem wenig druckt, riskiert mit einem Tintenstrahldrucker, dass die Tinte im Druckkopf und in den internen Schläuchen eintrocknet. Der Druckkopf lässt sich noch mit einem Programm des Druckers reinigen, bei den internen Schläuche funktioniert das hingegen nicht. Daher kann es sinnvoller sein, bei nur ganz gelegentlichen Ausdrucken (zum Beispiel im Abstand von mehreren Wochen oder gar Monaten) doch einen Laserdrucker anzuschaffen.

Der Toner trocknet prinzipiell nicht ein. Vor diesem Problem stehen viele Selbstständige, die in früheren Jahren noch Rechnungen ausgedruckt haben, die sie heute digital abspeichern. Auch sonst erledigen sie die Korrespondenz ausschließlich per Mail, weshalb sie den Drucker kaum noch brauchen. Für die sehr seltenen Ausdrucke eignet sich dann eher ein Laserdrucker. Alternativ druckt ein Dienstleister am Ort die wenigen Seiten aus. Auch das Kostenargument relativiert sich übrigens, denn gerade beim Toner müssen es nicht unbedingt die teuren Originalkartuschen der Hersteller sein.

Es gibt auch sehr preisgünstige Refill- oder Rebuilt-Patronen (nachgefüllt oder nachgebaut bzw. aufbereitet). Ein weiteres Argument für die Eignung von Toner oder Tinte ist die Qualität. Tintenstrahldrucker drucken unter anderem beim Fotodruck etwas schärfer, wobei auch dies eine pauschale Aussage ist. Die Qualität hängt auch von der Marke und dem Druckermodell ab.

Preisunterschiede bei Tintenpatronen und Tonerkartuschen

Bei den Tintenpatronen und Tonerkartuschen gibt es folgende Varianten:

  • OEM-Druckerpatronen und OEM-Kartuschen: Diese Patronen oder Kartuschen stammen vom Erstausrüster (OEM = Original Equipment Manufacturer) und sind markengeschützt. Bekannte OEM-Marken sind beispielsweise HP, Epson, Canon und Lexmark. Diese teuerste Variante zeichnet sich durch eine untadelige Qualität aus.
  • ISO-9001-zertifizierte, kompatible Kartuschen oder Druckerpatronen: Spezialfirmen bauen diese unter Berücksichtigung des Patentrechts nach. Die Qualität ist sehr hoch, dabei sind die Kartuschen und Patronen deutlich günstiger als die Originale. Manchmal versuchen allerdings bestimmte Firmen, den Patentschutz auszuhebeln. Dann machen sie die nachgebauten Produkte zum Beispiel etwas größer. Das kann schon wieder die Qualität mindern. Daher ist das ISO-9001-Zertifikat sehr wichtig.
  • Refills und Rebuilts: Dies sind nachgefüllte und aufbereitete Druckerpatronen sowie aufbereitete bzw. neu aufgebaute Tonerkartuschen mit jeweils neuer Füllung. Sie sind günstig und gelten als sehr umweltfreundlich, weil ihr Ausgangsmaterial neu verwendet wird. Doch die Qualität leidet unter wiederholten Aufbereitungsvorgängen. Mit solchen Angeboten können Kunden Glück oder Pech haben.
Tinte und Toner (Druckerpatrone)

Der Verwendungszweck entscheidet über Toner oder Tinte

Bei der Entscheidung für Tinte oder Toner entscheidet der Verwendungszweck. Perfekte Fotodrucke auf Spezialpapier gelingen praktisch nur mit einem sehr guten Tintenstrahldrucker. Billige Modelle liefern nur durchschnittliche Ergebnisse, der Laserdrucker ebenfalls. Dieser genügt allerdings für Text und billiges Normalpapier. Tinte hinterlässt auf Normalpapier manchmal ein ausgefasertes Druckbild. Für den Tintenstrahldrucker ist daher auch hochwertiges, teureres Papier erforderlich. Wichtig zu wissen: Abgesehen von den Anschaffungskosten für den Drucker, die meistens nicht sehr hoch sind, machen die Tonerkartuschen und Tintenpatronen auf lange Sicht mit Abstand den größten Kostenanteil aus.

Wie funktioniert der Tintenstrahldrucker?

Die Tintenpatrone gibt die Tinte an den Druckkopf ab, der mit kleinen Tintendüsen das Druckbild erzeugt. Die Ergiebigkeit der Tintenpatrone ist nach ISO genormt. Es gibt Tintenstrahldrucker mit kontinuierlichem Tintenstrahl (CIJ-Drucker für Continuous Ink Jet) und Geräte, die einzelne Tropfen verschießen (DOD-Drucker für Drop On Demand). Die CIJ-Drucker spielen für die Überlegungen des Privatanwenders keine Rolle, sie kommen nur in der Industrie zum Einsatz. In jedem Fall schickt der Druckkopf über eine Düse die Tinte aufs Papier. Ein piezoelektrischer Wandler hinter der Düse modelliert den Strahl für den gleichmäßigen Zerfall der Tinte in einzelne Tropfen.

Diese lädt eine Elektrode elektrostatisch auf, eine weitere Elektrode lenkt sie in die gewünschte Richtung. Diese Elektrode steuert der Drucker mit dem Druckbefehl an, sodass der digital gespeicherte Ausdruck entsteht. Nicht benötigte Tintentropfen fängt schon der Druckkopf wieder auf und führt sie erneut dem Tintenkreislauf zu. Es gibt auch ein Verfahren (Multi Deflecting), bei dem die Tropfen unterschiedlich geladen werden, was wiederum das Druckbild beeinflusst.

Wie funktioniert der Laserdrucker?

Dieser entnimmt der Tonerkartusche feines Tonerpulver, erhitzt es elektrisch und verteilt es per digitaler Steuerung auf dem Papier, sodass das Druckbild entsteht. Hierbei sind Auflösungen von 300 bis 800 dpi möglich. Das eingesetzte Xerox-Verfahren entspricht dem der Elektrofotografie, bei dem eine Bildtrommel elektrostatisch aufgeladen wird und damit das Tonerpulver unterschiedlich erhitzt und verteilt.