Die besten Stoffwindeln
Stoffwindeln waren über Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende der Standard für die Hygiene von Babys und auch inkontinenten älteren Personen, bis sie im 20. Jahrhundert durch Einwegwindeln ersetzt wurden. Heute besinnen sich viele Mütter wieder auf die waschbaren Stoffwindeln, die natürlich ökologisch sinnvoller sind.
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Woraus bestehen Stoffwindeln?
Sie bestehen manchmal nur aus Naturfasern, manchmal nur aus künstlichen Materialien und oft aus einer Kombination von Natur- und Kunstfasern. Zellulose kommt oft zum Einsatz, aber ihr Anteil geht zurück. Ein bedeutender Rohstoff ist industriell gebleichte Baumwolle, doch das Bleichen hat a) nur optische Gründe, damit die Windeln weiß aussehen und ist b) gar nicht so sehr gesund für die zarte Babyhaut. Auch Bambus- und Hanffasern verwenden manche Hersteller. Künstliche Materialien für eine absorbierende Schicht auf der Innenseite der Windel können Polyurethanlaminat (PUL) und Polyester sein. Auch eine externe wasserdichte Umhüllung besteht aus ihnen. Als aufnahmefähiges Sauggewebe verwenden manche Hersteller Microfleece, selbst Wildledertuch kommt zum Einsatz.
Stoffwindeln kaufen: Worauf sollte man achten?
Es gibt moderne Stoffwindeln in vielen Formen. Beim Kauf sollten Eltern auf die Bedürfnisse ihres Babys achten und ein wenig ihre eigenen Präferenzen bedenken. Wichtig zu wissen: Es existieren heute sogenannte Stoffwindelsysteme. Grundsätzlich besteht aber jede Stoffwindel aus drei Komponenten:
- Nässeschutz
- Saugmaterial
- Formgebung
Schauen wir uns diese Komponenten einmal an.
Formgebung
Die häufigste Form der sogenannten Höschenwindel ist die einer Sanduhr. So sieht die Windel aufgeklappt aus. Sie wird mit einem Klett- oder Snapverschluss seitlich und vorn geschlossen. Eine andere Form ist die sogenannte Schlupfwindel. Sie benötigt keine Verschlüsse, weil sie praktisch eine Hose ist. Die traditionellste Form der Stoffwindel ist ein Tuch, das Bänder und sonstige Verschlüsse erfordert. Für das Anlegen benötigen die Anwender besondere Falttechniken. Am Rücken und den Beinchen können Gummi- oder Rippbündchen eingesetzt sein, welche die Passform verbessern. Einige Stoffwindeln haben Taschenfunktionen, sie lassen sich mit Saugmaterial stopfen. Die Überhose hat auf ihren Innenseiten dann Laschen, die das Verrutschen von lose eigengelegtem Saugmaterial verhindern. Viele, aber nicht alle Stoffwindeln lassen sich in der Leibhöhe und Bundweite verstellen. Damit wachsen sie mit einem Baby mit. Eltern, die sie sehr lange verwenden möchten, entscheiden sich dafür. Im Handel werden diese Stoffwindeln als Onesize- oder Birth-to-Potty-Windeln angeboten. Wichtig zu wissen: Nur selten passt eine mitwachsende Windel während der gesamten Windelzeit. Das Baby benötigt irgendwann eine andere Größe.
Beim Kauf ist zu beachten:
- Welche Form gefällt meinem Baby am meisten und mit welcher hantiere ich selbst am besten? Beim ersten Kind werden Eltern ein wenig experimentieren.
- Will ich Taschen für einen zusätzlichen Nässeschutz?
- Welche Größe benötigt das Kind momentan? Die gängigsten Größen reichen von 1 (2 bis 5 kg Körpergewicht) bis 8 (über 17 kg Körpergewicht).
Nässeschutz
Es gab schon immer Nässeschutz für Stoffwindeln, doch lange Zeit bestand er aus reiner Plastikfolie. Solche Stoffwindeln werden noch gelegentlich im untersten Preissegment angeboten, aber es ist eher davon abzuraten: Das Baby (oder eine andere zu windelnde Person) schwitzt darin und kann Windelausschlag bekommen. Wie schon vorn erwähnt kommt heute das innovative Polyurethanlaminat (PUL) zum Einsatz. Es handelt sich um eine Membran auf einer Trägerfaser, die überwiegend aus Polyester besteht. Das gesamte System ist luftdurchlässig, aber wasserundurchlässig. Die Haut kann atmen, aber es tritt nichts aus. Ein großer Vorteil von PUL besteht darin, dass das Material bei Windeln nur sehr wenig Kunststoff benötigt. Der Gesamtanteil liegt bei höchstens 5 % des Windelmaterials. Der PUL-Polyester-Nässeschutz ist sehr sicher, doch manche Eltern möchten komplett auf Kunststoff verzichten. Dann bietet sich als natürlicher Nässeschutz Schafwolle an, die aber mit Lanolin gefettet sein muss. Dieses Fett enthält diese Wolle auch in der Natur. Damit weist sie hervorragend das Wasser ab und ist gleichzeitig atmungsaktiv. Sie wirkt temperaturausgleichend und nimmt ~30 % ihres eigenen Gewichts an Feuchtigkeit auf. Solche Windeln können ein ganz klein wenig teurer sein.
Beim Kauf ist zu beachten:
- Soll der Nässeschutz ausschließlich aus natürlichen Materialien bestehen oder darf er Kunststoffanteile enthalten?
- Wie viel Geld ist mir der komplette Verzicht auf Kunststoff wert?
Saugmaterial
Als Saugmaterial kommen wie eingangs beschrieben natürliche und künstliche Fasern infrage, die jeweils unterschiedlich verarbeitet werden. Es kann daraus Gewebe, Vlies oder Gestrick entstehen. Bestimmte Veredelungstechniken führen zu Oberflächen wie Fleece oder Frottee. Die hauptsächlich verwendeten Materialien sind:
- Baumwolle
- Bambusviskose
- Hanf
- Polyester als Microfaser
Beim Kauf stellt sich wiederum die Frage, ob die Anwender komplett auf künstliches Material verzichten. Das hat den ökologischen Vorteil, dass die Windel biologisch abbaubar ist.
Nach der Klärung dieser Fragen geht es nur noch um den Preis einer Stoffwindel.
Letzte Aktualisierung am 8.06.2026